Zum Inhalt springen

Ratgeber

Natursteine zum Schärfen: Arkansas, Belgischer Brocken, japanische Steine

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Bevor es industriell hergestellte Schleifsteine gab, wurde mit Steinen aus der Natur geschärft. Einige dieser Natursteine sind bis heute begehrt, manche werden zu hohen Preisen gehandelt. Diese Seite erklärt, was Natursteine von Kunststeinen unterscheidet, welche Sorten es gibt und wofür sie sich eignen. Sie hilft auch, wenn Sie einen alten Schleifstein geerbt haben und wissen möchten, wie Sie ihn einsetzen. Für den Einstieg empfehlen wir dennoch Kunststeine.

Naturstein und Kunststein: der Unterschied

Kunststeine bestehen aus Schleifkörnern definierter Größe, die mit einem Bindemittel gepresst werden. Ihre Körnung ist genau angegeben, ihre Eigenschaften sind von Stein zu Stein gleich. Natursteine dagegen sind aus Gestein geschnitten, dessen Schleifkörner von Natur aus eingebettet sind. Ihre Körnung schwankt, oft sogar innerhalb eines Steins.

Das macht Natursteine schwer vergleichbar. Zwei Steine derselben Sorte können sich deutlich unterscheiden. Viele Natursteine wirken feiner, als ihre Abtragsleistung vermuten lässt, und erzeugen ein besonders gleichmäßiges, mattes oder glänzendes Schliffbild.

Arkansas: der amerikanische Klassiker

Arkansas-Steine stammen aus dem US-Bundesstaat Arkansas und bestehen aus Novaculit, einem sehr dichten Quarzgestein. Sie werden nach Feinheit in Sorten wie Soft, Hard, Black und Translucent eingeteilt, wobei die harten und durchscheinenden Sorten am feinsten schleifen.

Traditionell werden Arkansas-Steine mit Honöl benutzt, manche Nutzer arbeiten auch mit Wasser. Sie sind sehr hart und nutzen sich kaum ab. Für das Schärfen sehr harter japanischer Stähle sind sie eher langsam. Beliebt sind sie für Jagd- und Taschenmesser sowie für Werkzeuge.

Belgischer Brocken und Coticule

Der Belgische Brocken stammt aus den Ardennen in Belgien. Die gelbe Sorte wird international oft Coticule genannt, daneben gibt es einen blaugrauen Stein, der häufig als Belgian Blue bezeichnet wird. Beide enthalten feine, harte Mineralkörner in einer weicheren Grundmasse.

Der Stein wird mit Wasser benutzt und bildet mit einem kleinen Reibestein einen Schleifschlamm. Mit viel Schlamm schleift er zügiger, mit klarem Wasser sehr fein. Der Belgische Brocken ist besonders bei Rasiermessern verbreitet, wird aber auch für Küchenmesser genutzt.

Japanische Natursteine

Japanische Natursteine, Tennen Toishi genannt, stammen traditionell vor allem aus der Region um Kyoto. Es gibt grobe, mittlere und sehr feine Sorten. Die feinen Abziehsteine sind am bekanntesten und werden von Messerschmieden und Liebhabern für den letzten Schliff geschätzt.

Auf Messern mit weichem Mantel und hartem Kern erzeugen sie das typische Kasumi-Bild: einen matten, nebligen Mantel und eine hell glänzende Schneide. Mehr zu solchen Finishes lesen Sie unter Tsuchime, Kurouchi, Migaki. Japanische Natursteine sind oft sehr teuer, und ihre Qualität ist für Laien schwer zu beurteilen.

Die Sorten im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die bekanntesten Natursteine grob ein. Wegen der natürlichen Schwankungen sind die Angaben Richtwerte.

Für wen sich Natursteine lohnen

Für den Einstieg sind Natursteine nicht die beste Wahl. Kunststeine sind gleichmäßiger, günstiger und leichter einzuordnen. Ein Set aus einem #1000-Stein und einem feinen Stein bringt jedes Küchenmesser auf hohe Schärfe. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht Schleifstein-Sets für japanische Messer.

Natursteine lohnen sich für Menschen, die bereits sicher schärfen, Freude am Material haben und das besondere Schliffbild schätzen. Sie ergänzen ein Kunststein-Set beim Feinschliff, ersetzen es aber selten.

  • Einstieg: Kunststeine #1000 und fein
  • Fortgeschritten: Naturstein als Finisher
  • Rasiermesser: Belgischer Brocken oder feiner Arkansas
  • Werkzeug und Outdoor: Arkansas

Kunststein-Sets für den Einstieg →

Alte oder geerbte Steine nutzen

Wer einen alten Schleifstein geerbt hat, sollte zunächst herausfinden, ob er mit Öl oder Wasser benutzt wurde. Ein dunkler, öliger Stein bleibt beim Öl. Danach wird er gereinigt und abgerichtet, damit die Oberfläche wieder eben ist. Hinweise dazu geben die Artikel Schleifstein reinigen und Schleifstein abrichten.

Ob der Stein für Küchenmesser taugt, zeigt ein Versuch an einem einfachen Messer. Achten Sie auf Risse und Einschlüsse, die die Schneide beschädigen könnten. Grundsätzliches zum Wässern oder Ölen erklärt der Artikel Schleifstein wässern.

Häufige Fragen

Sind Natursteine besser als Kunststeine? Nicht grundsätzlich. Sie erzeugen ein besonderes Schliffbild, sind aber ungleichmäßiger. Für die meisten Küchenmesser sind gute Kunststeine praktischer.

Welche Körnung hat ein Arkansas-Stein? Eine genaue Körnung lässt sich nicht angeben. Die harten Sorten schleifen ungefähr so fein wie Kunststeine im Bereich mehrerer Tausend nach japanischer Skala.

Kann ich japanische Messer auf einem Arkansas schärfen? Ja, aber bei harten Stählen dauert es lange. Als Finisher nach einem Kunststein ist das möglich.

Woran erkenne ich einen echten Naturstein? Natursteine haben oft eine unregelmäßige Färbung, Schichten oder Einschlüsse und keine aufgedruckte Körnung. Für teure Steine lohnt ein Kauf bei spezialisierten Händlern.

Was Sie dafür brauchen