Anleitung
Schleifstein abrichten: so wird er wieder plan
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Kurz gesagt
Ein Schleifstein nutzt sich in der Mitte stärker ab und bekommt eine Mulde. Zum Abrichten zeichnen Sie ein Bleistiftraster auf die feuchte Oberfläche und reiben den Stein mit einer planen Abrichtplatte oder Diamantplatte in Achterbewegungen, bis das Raster vollständig verschwunden ist. Danach fasen Sie die Kanten leicht an und spülen den Stein gründlich ab.
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Wer regelmäßig auf dem Stein schärft, merkt irgendwann: Die Oberfläche ist nicht mehr gerade. In der Mitte entsteht eine Mulde, die den Schärfwinkel verfälscht und die Schneide rund werden lässt. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Mulden erkennen, womit Sie den Stein abrichten, wie der Vorgang Schritt für Schritt abläuft und warum das Anfasen der Kanten sinnvoll ist. Sie richtet sich an alle, die mit Wassersteinen schärfen und ihre Steine langfristig in Form halten möchten.
Warum ein Schleifstein hohl wird
Beim Schärfen wird nicht nur Stahl abgetragen, sondern auch der Stein selbst. Weil die meisten Schärfbewegungen in der Mitte stattfinden, nutzt sich dort mehr Material ab als an den Enden und Rändern. Weichere Steine, die schnell neues Schleifkorn freigeben, werden schneller hohl als harte Steine.
Eine Mulde hat zwei Folgen: Der Winkel zwischen Klinge und Stein ändert sich während des Zugs, und gerade Schneiden wie beim Nakiri berühren den Stein nicht mehr gleichmäßig. Die Schneide wird dadurch rund oder unregelmäßig. Ein ebener Stein ist deshalb die Voraussetzung für eine saubere Schneide.
Mulden erkennen
Legen Sie ein gerades Lineal oder eine Metallkante hochkant auf die Oberfläche und halten Sie den Stein gegen das Licht. Ein Lichtspalt in der Mitte zeigt eine Mulde. Prüfen Sie längs, quer und diagonal.
Eine zweite Methode ist das Bleistiftraster, das gleichzeitig beim Abrichten hilft: Zeichnen Sie ein Gitter auf die Oberfläche und reiben Sie ein paar Mal mit der Abrichtplatte darüber. Wo die Linien zuerst verschwinden, liegen die hohen Stellen. Die Linien in der Mulde bleiben länger sichtbar.
- Lineal-Test: Lichtspalt in der Mitte
- Bleistiftraster: Linien in der Mitte bleiben stehen
- Schärfgefühl: Klinge kippelt oder setzt ungleichmäßig auf
- Gerade Schneiden schleifen nur an Spitze und Ferse
Werkzeuge zum Abrichten
Am verbreitetsten sind Abrichtsteine aus grobem Siliziumkarbid und Diamant-Abrichtplatten. Diamantplatten bleiben über lange Zeit plan und tragen schnell ab, sind aber teurer. Abrichtsteine aus Siliziumkarbid nutzen sich selbst ab und müssen gelegentlich selbst geprüft werden.
Eine preiswerte Alternative ist Siliziumkarbid-Pulver oder Schleifpapier auf einer ebenen Glas- oder Steinplatte. Das funktioniert, ist aber langsamer und schmutziger. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Abrichtfläche selbst wirklich eben ist. Manche Schleifstein-Sets enthalten passende Halter oder Zubehör, einen Überblick gibt der Ratgeber Schleifstein-Sets für japanische Messer.
| Werkzeug | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Diamant-Abrichtplatte | bleibt plan, trägt schnell ab | hoher Anschaffungsaufwand |
| Abrichtstein (Siliziumkarbid) | einfach, verbreitet | nutzt sich selbst ab |
| Schleifpapier auf Glasplatte | günstig, flexibel | langsam, Papier verschleißt |
| Zwei Steine aneinander reiben | ohne Zusatzwerkzeug | beide Steine verändern sich |
Schritt für Schritt abrichten
Richten Sie den Stein im nassen Zustand ab, so wie Sie ihn auch beim Schärfen nutzen. Arbeiten Sie am besten im Spülbecken oder auf einer Unterlage, die Schlamm und Wasser verträgt.
- 1
Stein nach Herstellerangabe wässern oder benetzen und rutschfest ablegen.
- 2
Mit einem weichen Bleistift ein Gitter aus Linien im Abstand von etwa einem Zentimeter auf die Oberfläche zeichnen.
- 3
Abrichtplatte flach auflegen und mit gleichmäßigem, leichtem Druck in Achterbewegungen oder längs und quer über den Stein führen.
- 4
Zwischendurch Wasser zugeben und den Schlamm abspülen, um den Fortschritt zu prüfen.
- 5
Weiterarbeiten, bis das Bleistiftraster auf der gesamten Fläche verschwunden ist.
- 6
Kanten mit der Abrichtplatte oder einem groben Stein leicht anfasen, etwa im Winkel von 45 Grad.
- 7
Stein und Abrichtplatte gründlich abspülen und den Stein an der Luft trocknen lassen, nicht auf der Heizung.
Hinweis:Beim Abrichten entsteht feiner Schleifschlamm. Arbeiten Sie nass, um Staub zu vermeiden, und tragen Sie bei trockenem Arbeiten mit Pulver eine Staubmaske.
Kanten fasen und Pflege danach
Nach dem Abrichten sind die Kanten des Steins oft scharf. Sie können beim Schärfen in die Schneide greifen oder abplatzen. Eine kleine Fase, also eine leicht abgeschrägte Kante, verhindert das. Sie muss nicht breit sein, ein bis zwei Millimeter genügen.
Wie oft Sie abrichten, hängt vom Stein und der Nutzung ab. Viele richten nach jedem längeren Schärfvorgang kurz ab, damit nie eine tiefe Mulde entsteht. Das geht schneller, als eine große Mulde auf einmal zu entfernen. Grobe Steine verschleißen meist am schnellsten. Welche Steine Sie überhaupt brauchen, zeigt die Körnungs-Leiter. Die Schärftechnik selbst erklärt Messer schärfen mit dem Schleifstein.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich einen Schleifstein abrichten? Das hängt von der Härte des Steins und der Nutzung ab. Ein kurzes Abrichten nach jedem längeren Schärfen hält den Stein dauerhaft plan.
Kann ich einen feinen Stein mit einer groben Diamantplatte abrichten? Ja, die Oberfläche ist danach aber etwas rauer. Einige Züge mit dem Messer oder ein Nagura-Stein glätten sie wieder.
Muss ich einen neuen Stein abrichten? Viele Steine sind ab Werk eben. Ein kurzes Abrichten und Anfasen vor dem ersten Gebrauch schadet aber nicht und entfernt eventuelle Kanten.
Warum wird mein Messer trotz Schärfen nicht scharf? Ein hohler Stein ist eine häufige Ursache. Weitere Gründe erklärt Messer wird nicht scharf.
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