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Anleitung

Messer abziehen: Lederriemen und Abziehstein

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Nach dem Schärfen auf dem Stein bleibt an der Schneide fast immer ein feiner Grat zurück. Er fühlt sich scharf an, bricht beim Schneiden aber schnell ab und lässt das Messer wieder stumpf wirken. Das Abziehen entfernt diesen Grat und poliert die Schneide. Diese Anleitung erklärt den Unterschied zwischen Abziehstein und Lederriemen, welche Paste wofür gedacht ist und wie die Bewegung richtig gelingt. Sie richtet sich an alle, die auf dem Stein schärfen und das letzte Stück Schärfe herausholen möchten.

Warum Abziehen nötig ist

Beim Schärfen schiebt der Stein feine Stahlpartikel über die Schneide auf die andere Seite. Dieser Grat ist sehr dünn und instabil. Wird er nicht entfernt, knickt er beim ersten Schnitt um oder bricht ab, und die Schneide wirkt nach kurzer Zeit stumpf.

Beim Abziehen wird dieser Grat mit immer leichteren Zügen auf einem sehr feinen Medium abgetragen. Gleichzeitig glättet sich die Schneide. Das Ergebnis ist eine stabilere, gleichmäßigere Schärfe, die länger hält.

Abziehstein, Lederriemen und Paste

Ein Abziehstein ist ein sehr feiner Schleifstein, häufig im Bereich ab #6000 bis #10000 oder darüber. Er wird wie ein normaler Stein im Schärfwinkel benutzt, nur mit sehr wenig Druck.

Ein Lederriemen oder ein auf Holz geklebtes Leder wird meist mit einer Polierpaste eingerieben. Verbreitet ist grüne Chromoxid-Paste, es gibt aber auch Diamantpasten in verschiedenen Mikrometer-Stufen. Ohne Paste poliert Leder nur sehr wenig. Wichtig: Leder ist nachgiebig. Mit zu viel Druck oder zu steilem Winkel rundet es die Schneide ab.

Schärfer und Abziehleder ansehen →

Abziehen auf dem feinen Stein

Wer bereits mit einem Kombistein arbeitet, kann die feine Seite zum Abziehen nutzen. Einzelne Abziehsteine mit sehr hoher Körnung, etwa #10000, finden Sie im Ratgeber Schleifstein-Sets für japanische Messer.

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    Feinen Stein nach Herstellerangabe vorbereiten und rutschfest ablegen.

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    Klinge im gleichen Winkel wie beim Schärfen auflegen.

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    Je Seite einige leichte Züge ausführen, dann abwechselnd je einen Zug pro Seite.

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    Den Druck immer weiter verringern, bis die Klinge fast nur noch mit ihrem Eigengewicht geführt wird.

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    Grat quer von der Flanke her prüfen. Ist keiner mehr spürbar, ist der Schritt abgeschlossen.

Abziehen auf dem Lederriemen

Auf Leder ist die Zugrichtung entscheidend: Ziehen Sie die Klinge immer mit dem Rücken voran, sodass die Schneide hinterherläuft. Würden Sie wie beim Schärfen mit der Schneide voran arbeiten, schneidet das Messer ins Leder.

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    Paste dünn auf das Leder auftragen und gleichmäßig verreiben.

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    Leder auf eine feste, ebene Unterlage legen oder ein auf Holz geklebtes Leder verwenden.

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    Klinge flach im Schärfwinkel oder minimal flacher auflegen, die Schneide zeigt zu Ihnen.

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    Klinge mit leichtem Druck vom Körper weg ziehen, Rücken voran.

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    Am Ende des Zugs die Klinge über den Rücken drehen, nicht über die Schneide, und die andere Seite zu sich hin ziehen.

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    Je Seite etwa zehn Züge, danach Klinge abwischen.

Hinweis:Drehen Sie die Klinge am Ende jedes Zugs über den Rücken, damit die Schneide nie auf Ihre Hand zeigt. Arbeiten Sie langsam, schnelles Abziehen erhöht das Risiko, abzurutschen.

Wann Abziehen sinnvoll ist

Nach jedem Schärfen auf dem Stein ist ein kurzer Abzug sinnvoll. Zwischendurch können ein paar Züge auf dem Leder ein leicht nachlassendes Messer auffrischen, bevor es wieder auf den Stein muss. Ein wirklich stumpfes oder beschädigtes Messer bringt das Abziehen aber nicht zurück.

Bei harten japanischen Messern lohnt sich das Abziehen besonders, weil ihre Stähle sehr feine Grate bilden können, die man mit bloßem Auge kaum sieht. Ein kurzer Test hilft: Schneiden Sie ein Blatt Papier oder eine reife Tomate. Gleitet die Klinge ohne Haken und Reißen durch, ist der Grat entfernt. Hakt sie an einer Stelle, sitzt dort meist noch ein Rest, der mit einigen weiteren leichten Zügen verschwindet.

Abziehen kann auch der Grund sein, warum ein Messer trotz Schärfen nicht richtig schneidet: Ein Restgrat ist eine häufige Ursache. Mehr dazu unter Messer wird nicht scharf. Die vorausgehende Schärftechnik erklärt Messer schärfen mit dem Schleifstein, die Alternative mit Stab der Artikel Wetzstahl.

Häufige Fragen

Brauche ich unbedingt Paste auf dem Leder? Ohne Paste ist die Wirkung gering. Für spürbares Polieren und Entfernen eines Restgrats ist eine Paste sinnvoll.

Kann ein Lederriemen die Schneide stumpf machen? Ja, wenn der Winkel zu steil ist oder das Leder zu weich aufliegt. Dann wird die Schneide abgerundet. Arbeiten Sie flach und mit wenig Druck.

Welche Körnung ist ein Abziehstein? Als Abziehsteine gelten meist sehr feine Steine ab etwa #6000. Die genaue Einordnung zeigt die Körnungs-Leiter.

Eignet sich Abziehen für einseitig geschliffene Messer? Ja. Die Vorderseite wird im Winkel der Fase abgezogen, die Rückseite nur flach und mit sehr wenigen Zügen.

Was Sie dafür brauchen