Zum Inhalt springen

Vergleich

Wellenschliff oder glatte Schneide: wann welches Messer?

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

In vielen Küchenschubladen liegt mindestens ein Messer mit gezackter Schneide, oft ein Brotmesser, manchmal ein kleines Allzweckmesser oder Tomatenmesser. Gleichzeitig haben fast alle hochwertigen Kochmesser eine glatte Schneide. Diese Seite erklärt, wie die beiden Schliffarten schneiden, wofür sie jeweils gedacht sind und warum ein gezacktes Kochmesser meist keine gute Idee ist. Am Ende finden Sie Hinweise zur Pflege und zum Schärfen beider Varianten.

Wie ein Wellenschliff schneidet

Beim Wellenschliff ist die Schneide in eine Reihe von Bögen oder Zähnen geschliffen. Die Spitzen der Zähne dringen zuerst in das Schnittgut ein, die Bögen dazwischen schneiden beim Hin- und Herziehen. Das funktioniert wie eine feine Säge. Die meisten Wellenschliffe sind nur auf einer Seite angeschliffen, die andere Seite bleibt flach.

Der große Vorteil: Auch wenn die Zähne nicht mehr ganz scharf sind, greifen sie noch in harte Oberflächen. Deshalb schneiden günstige Brotmesser oft jahrelang ausreichend, ohne jemals geschärft zu werden. Die Bögen zwischen den Zähnen berühren das Brett kaum und bleiben länger scharf.

Es gibt verschiedene Ausprägungen: grobe Zähne bei Brotmessern, feine Mikroverzahnung bei Steak- und Tomatenmessern und bogenförmige Schliffe, bei denen sich runde Bögen abwechseln. Je gröber die Verzahnung, desto besser greift sie in harte Kruste, desto rauer wird aber auch die Schnittfläche bei weichem Schnittgut.

Wie eine glatte Schneide schneidet

Eine glatte Schneide trennt das Schnittgut auf ganzer Länge gleichmäßig. Das ergibt saubere Schnittflächen, besonders bei Fleisch, Fisch, Kräutern und Gemüse. Sie können mit ihr drücken, ziehen und wiegen, also alle typischen Techniken des Kochmessers anwenden.

Der Nachteil: Eine glatte Schneide muss scharf sein, damit sie funktioniert. Wird sie stumpf, rutscht sie auf glatten Oberflächen wie Tomatenhaut oder Paprika ab. Dafür lässt sie sich mit Wetzstahl, Schleifstein oder Rollschleifer leicht wieder schärfen. Wie das geht, erklärt die Anleitung zum Schärfen mit dem Schleifstein.

Vergleich nach Aufgaben

Die Tabelle zeigt, welche Schneide sich für typische Aufgaben in der Küche eignet. Sie gilt für eine gut geschärfte glatte Schneide. Eine stumpfe glatte Klinge verliert gegen fast jeden Wellenschliff.

Warum Kochmesser fast nie gezackt sind

Manche günstigen Messer werden mit einem feinen Wellenschliff angeboten, der nie geschärft werden muss. Für ein Kochmesser ist das ein schlechter Tausch. Ein gezahntes Kochmesser reißt Fasern bei Fleisch und Kräutern auf, statt sie sauber zu trennen, Kräuter werden dabei gequetscht und dunkel. Der Wiegeschnitt funktioniert kaum, weil die Zähne am Brett hängen bleiben.

Hochwertige Kochmesser, ob deutsch oder japanisch, haben deshalb eine glatte Schneide. Wer Tomaten mit einem Kochmesser nicht sauber schneiden kann, sollte es schärfen statt auf Wellenschliff umzusteigen. Mehr dazu im Artikel Messer zerquetscht Tomaten. Kochmesser mit sehr scharfem glattem Schliff finden Sie in unserer Gyuto-Kaufberatung.

Kochmesser mit glatter Schneide vergleichen →

Die sinnvolle Ausstattung

Für die meisten Küchen reichen zwei bis drei Messer: ein Kochmesser oder Santoku mit glatter Schneide, ein kleines Office- oder Petty-Messer mit glatter Schneide und ein Brotmesser mit Wellenschliff. Ein zusätzliches kleines Tomatenmesser mit Wellenschliff ist praktisch, aber verzichtbar, wenn Ihr Kochmesser scharf ist.

Wenn Sie ein komplettes Set suchen, achten Sie darauf, dass nur das Brotmesser gezackt ist. Eine Auswahl an Sets mit Brotmesser zeigt die Übersicht Japanische Messer-Sets. Welche Messer man wirklich braucht, erklärt der Artikel Welche Küchenmesser braucht man?.

  • Kochmesser oder Santoku: glatte Schneide
  • Kleines Allzweckmesser: glatte Schneide
  • Brotmesser: Wellenschliff
  • Optional Tomatenmesser: feiner Wellenschliff

Pflege und Schärfen im Vergleich

Glatte Schneiden pflegen Sie mit regelmäßigem Abziehen und gelegentlichem Schärfen auf dem Stein oder mit einem Rollschleifer. Viele elektrische Schärfer haben ebenfalls Stufen für glatte Schneiden.

Wellenschliffe lassen sich mit einem dünnen, konischen Schärfstab Zahn für Zahn auf der angeschliffenen Seite nacharbeiten. Das ist mühsam, aber möglich. Einige elektrische Schärfer bieten eine Polierstufe für gezahnte Messer. Wie das im Detail geht, steht in der Anleitung Messer mit Wellenschliff schärfen.

Häufige Fragen

Ist Wellenschliff schärfer als ein glatter Schliff? Nein, er wirkt nur länger scharf, weil die Zähne in harte Oberflächen greifen. Eine frisch geschärfte glatte Schneide ist schärfer und schneidet sauberer.

Kann man ein Messer mit Wellenschliff glatt schleifen? Technisch ja, dafür muss aber viel Material abgetragen werden, bis die Zähne verschwunden sind. Das lohnt sich bei Küchenmessern nur selten.

Warum schneidet mein Brotmesser schlecht? Häufig sind die Zahnspitzen abgenutzt oder die Klinge ist zu kurz für das Brot. Ein Brotmesser sollte deutlich länger sein als der Laib breit ist.

Brauche ich ein Tomatenmesser? Nicht unbedingt. Ein scharfes Kochmesser oder Petty-Messer schneidet Tomaten sauber. Ein kleines Tomatenmesser mit Wellenschliff ist eine bequeme Ergänzung für den Frühstückstisch.

Was Sie dafür brauchen