Problemlösung
Holzgriff rissig oder grau: Messergriff pflegen
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Kurz gesagt
Ein grauer, rauer Holzgriff ist ausgetrocknet und meist durch Spülmaschine oder langes Nasslassen geschädigt. Schleifen Sie ihn leicht mit feinem Schleifpapier an, reinigen Sie ihn und reiben Sie ihn mit einem lebensmittelechten Öl wie Leinöl-Firnis für Lebensmittelkontakt, Walnussöl oder speziellem Holzöl ein. Feine Risse schließen sich teils, tiefe Risse oder lockere Griffe gehören in Fachhände.
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Holzgriffe fühlen sich warm an und liegen gut in der Hand. Sie brauchen aber etwas Pflege. Wird ein Messer mit Holzgriff oft nass gelassen oder in die Spülmaschine gegeben, wird das Holz grau, rau und kann reißen. Diese Seite erklärt, wie Sie einen geschädigten Griff wieder aufarbeiten, welches Öl sich eignet, warum Pakkaholz und Micarta anders zu behandeln sind und wann eine Reparatur durch den Hersteller sinnvoll ist.
Was mit dem Holz passiert
Holz nimmt Wasser auf und gibt es wieder ab. Dabei quillt und schwindet es. Bei häufigem Wechsel aus Nässe und Hitze, wie in der Spülmaschine, werden die Fasern an der Oberfläche ausgewaschen und aufgerichtet. Das Holz wird hell, grau und rau. Mit der Zeit entstehen feine Risse, besonders an Nieten und am Übergang zur Klinge.
Spülmittel entfettet das Holz zusätzlich. Ein Griff, der nie nachgeölt wird, trocknet deshalb auch bei Handwäsche langsam aus. Die gute Nachricht: Oberflächliche Schäden lassen sich meist mit wenig Aufwand beheben.
Den Schaden einschätzen
Bevor Sie loslegen, schauen Sie sich den Griff genau an. Der Zustand entscheidet, ob Sie selbst pflegen können oder Hilfe brauchen.
| Zustand | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Matt und hell | ausgetrocknet | ölen |
| Grau und rau | ausgewaschene Fasern | leicht anschleifen, ölen |
| Feine Haarrisse | Quellen und Schwinden | anschleifen, mehrfach ölen, beobachten |
| Tiefe Risse, Spalt an Nieten | starke Schädigung | Reparatur durch Hersteller oder Fachbetrieb |
| Griff locker, Klinge wackelt | Verbindung gelöst | nicht weiter nutzen, Reparatur |
Griff aufarbeiten: Schritt für Schritt
Für die Aufarbeitung brauchen Sie feines Schleifpapier, ein fusselfreies Tuch und ein geeignetes Öl. Kleben Sie die Klinge vorher mit Malerkrepp ab, um sich nicht zu verletzen und den Stahl nicht zu zerkratzen.
- 1
Klinge mit Malerkrepp oder Pappe sicher abdecken
- 2
Griff mit warmem Wasser reinigen und vollständig trocknen lassen
- 3
Mit feinem Schleifpapier um Körnung 240 bis 320 in Faserrichtung leicht anschleifen
- 4
Schleifstaub mit einem trockenen Tuch entfernen
- 5
Öl dünn auftragen und 15 bis 30 Minuten einziehen lassen
- 6
Überschüssiges Öl gründlich abwischen
- 7
Nach dem Trocknen den Vorgang ein- bis zweimal wiederholen
Hinweis:Mit Öl getränkte Tücher, besonders mit Leinöl, können sich beim Trocknen selbst entzünden. Breiten Sie sie flach zum Trocknen aus oder lagern Sie sie in einem verschlossenen Metallbehälter, bevor Sie sie entsorgen.
Welches Öl sich eignet
Geeignet sind Öle, die im Holz aushärten oder zumindest nicht ranzig werden, und die für den Kontakt mit Lebensmitteln gedacht sind. Achten Sie auf entsprechende Hinweise auf dem Etikett.
Speiseöle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl härten nicht aus und können mit der Zeit ranzig riechen. Sie sind als Notlösung möglich, für die regelmäßige Pflege aber weniger geeignet.
- Holzöl für Schneidebretter und Küchenutensilien
- Leinöl-Firnis, sofern als lebensmittelecht ausgewiesen
- Walnussöl, härtet langsam aus
- Kamelienöl für Klinge und Griff, härtet nicht aus
- Nicht geeignet: Möbelpolitur, Lacke, Silikonsprays
Pakkaholz, Micarta und Kunststoff
Viele hochwertige japanische und deutsche Messer haben Griffe aus Pakkaholz. Das ist Holzfurnier, das mit Kunstharz getränkt und verpresst wird. Pakkaholz nimmt kaum Wasser auf und muss nicht geölt werden. Ein matt gewordener Pakkagriff lässt sich mit einem feuchten Tuch reinigen, Öl schadet aber nicht.
Micarta besteht aus Leinen oder Papier in Kunstharz und ist ebenfalls sehr wasserfest. Kunststoffgriffe brauchen keine Ölpflege. Wenn Sie einen pflegeleichten Griff suchen, lohnt der Blick auf solche Materialien. Mehr zu Griffformen lesen Sie unter Wa-Griff oder Yo-Griff.
Vorbeugen: so bleibt der Griff schön
Die beste Pflege ist die Vermeidung von Schäden. Spülen Sie Messer mit Holzgriff immer von Hand, lassen Sie sie nie im Spülwasser liegen und trocknen Sie sie sofort ab. Ölen Sie den Griff alle paar Wochen oder sobald er matt wirkt.
Lagern Sie Messer nicht über dem Herd, in der Sonne oder auf der Heizung. Starke Hitze und trockene Luft fördern Risse. Hinweise zur Lagerung gibt der Artikel Messer richtig aufbewahren, zur Reinigung der Artikel Messer in der Spülmaschine.
Wann ein neues Messer sinnvoll ist
Wenn der Griff stark gerissen ist, die Klinge locker sitzt oder sich Wasser im Griff sammelt, ist das Messer ein Hygieneproblem. Bei hochwertigen Messern lohnt die Anfrage beim Hersteller, ob ein neuer Griff möglich ist. Bei einfachen Messern ist ein Ersatz meist günstiger.
Handgefertigte japanische Messer mit Wa-Griff lassen sich oft neu bestielen. Eine Auswahl solcher Messer finden Sie unter handgeschmiedete japanische Messer. Messer mit pflegeleichtem Pakkagriff zeigt die Kaufberatung japanische Messer.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich einen Holzgriff ölen? Bei täglicher Nutzung etwa alle vier bis acht Wochen oder sobald das Holz matt und trocken wirkt.
Kann ich Olivenöl nehmen? Als Notlösung ja. Es härtet aber nicht aus und kann auf Dauer ranzig riechen. Ein Holzöl für Küchenutensilien ist besser.
Ist ein grauer Holzgriff unhygienisch? Ein rauer Griff bietet mehr Angriffsfläche für Schmutz. Nach dem Anschleifen und Ölen ist die Oberfläche wieder glatt und gut zu reinigen.
Muss ich Pakkaholz ölen? Nein. Pakkaholz ist mit Harz getränkt und nimmt kaum Wasser auf. Eine Reinigung mit feuchtem Tuch genügt.
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